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Stadtteil Hermeskeil-Abtei

Der Stadtteil Hermeskeil-Abtei mit seinen rd. 500 Einwohnern geht auf die Besiedlung von wallonischen Facharbeitern für Eisenverarbeitung zurück. Nach Rückgang der Eisenindustrie in der Hochwaldregion wurde zur Ansiedlung der arbeitslos gewordenen Hüttenarbeiter am 7. August 1834 die Gründung von Abtei und Höfchen mittels königlicher Kabinettsorder durch den Preußenkönig Friedrich Wilhelm III verfügt. Große Integrationshindernisse zeigten sich vor allem in den mangelnden deutschen Sprachkenntnissen. Außerdem hatten die Wallonen als Hüttenfacharbeiter bzw. Waldarbeiter und Köhler kaum Erfahrungen mit Ackerbau und Viehzucht. Am 1. April 1931 verlor die Kolonie Abtei seine Selbständigkeit und wurde nach Hermeskeil eingemeindet.

Roland Eiden, Hermeskeil-Abtei

Kapelle "Maria Königin des Friedens" Abtei

Nach verschiedenen Notlösungen wurde nach den Plänen des Architekten Peter Böhr aus Mayen in den Jahren 1959/60 in Abtei ein würdiges Gotteshaus errichtet und am 30. Mai 1960 durch den Trierer Prälaten Schäfer, die Pastoren Bosch und Mohr und Dechant Backes eingeweiht. Patronin der Kirche ist „Maria, Königin des Friedens“, die auch im Chorbereich auf einer Takenplatte von 1730 dargestellt ist.

Die Filialkirche wurde als schlichter Saalbau mit Satteldach und Sandsteingiebeln gestaltet. An der Eingangsseite, getrennt von einer niedrigen Portalvorhalle, steht mittig vor der verschieferten Giebelwand ein ca. 15 m hoher Campanile in Form eines, sich nach oben verjüngenden Obelisken. Auf halber Höhe des Turmes hängt die verschieferte Glockenstube mit zwei übereinanderliegenden Glocken.

Beherrschender Mittelpunkt im Inneren ist der Altar, ein wuchtiger Sandsteinblock auf zwei quaderförmigen Stipes als Zelebrationsmensa.

Roland Eiden, Hermeskeil-Abtei

Eine überregional bedeutende künstlerische Qualität weisen die fünf, je dreibahnigen Betonglasfenster des Kunstmalers Walter Bettendorf auf, die vom Boden bis zur Traufe die gesamte Südfassade illuminieren und auflösen. Dargestellt sind in warmen Farbklängen, blau und rot, Symboldarstellungen aus den Anrufungen der Lauretanischen Litanei und dem zwölften Kapitel der Geheimen Offenbarung des Johannes. Zusammen mit dem Kreuzweg und dem Hängekreuz über dem Altar, ebenfalls von Walter Bettendorf, zählt die einmalige, stimmungsvolle Fensterwand als Kleinod zu den bedeutendsten Kunstwerken im Hochwaldraum.

Ansprechpartner

Küster/-in:

Brigitte Gettmann