Spirituelle Impulse - geschrieben für den Alltag

 

Gedanken, Anregungen, Fragestellungen – spirituelle Impulse, geschrieben für den Alltag. 

Ab Aschermittwoch bis hin zum Osterfest finden Sie jeden Tag auf unserer Homepage einen spirituellen Impuls. Die guten Erfahrungen aus der Adventszeit nehmen wir mit in die österliche Bußzeit und bieten Ihnen auf diese Art und Weise einen „online Fastenkalender“.

15 Autoren haben wir gefunden, die bereit sind die spirituellen Impulse zu verfassen. Lassen sie sich von den ganz unterschiedlichen Impulsen, gerade in Zeiten von Kontaktsperre, Homeoffice und Quarantäne, zu guten Gedanken inspirieren.

Ich bin überzeugt, dass der ein oder andere Impuls ihren Alltag bereichern wird. (RGE) 

  • Aschermittwoch

    Asche und Kreuz

     

    Asche:

    Zeichen der Vergänglichkeit,

    Asche ist etwas Verbranntes,

    erinnert an den Tod.

    Asche auf mein Haupt: Eine Schuld eingestehen.

    Asche: Vergänglichkeit und Schuld.

     

    Kreuz: Zeichen der Christen.

    Ort, an dem Christus starb, starb für uns.

    Ort, an dem der Tod besiegt wurde;

    Ort, an dem die Schuld gesühnt wurde,

    Ort, der die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens

    mit der Unvergänglichkeit Gottes verbindet.

     

    Aschekreuz

    Schuld und Vergänglichkeit, Erlösung und Ewigkeit.

     

    Aschekreuz, Zeichen der Hoffnung, zu der wir gerufen sind.

     

    Pfarrer Kai G. Quirin

  • 18. Februar 2021

    „In den Spiegel schauen!“

    Wenn Sie in den Spiegel schauen… wen sehen Sie?

    Was wissen Sie über diesen Menschen?

    Was mögen Sie an diesem Menschen?

    Was mögen Sie an diesem Menschen nicht?

    Wo ist das Licht, wo ist der Schatten?

    Wo ist das Gelingen, wo das Versagen?

    Welche Hoffnungen, welche Träume trägt dieser Mensch im Herzen?

    Welche Sorgen, welche Zweifel hat der Mensch, den Sie im Spiegel sehen?

    Wen oder was liebt dieser Mensch?                                                                                                  

    Gibt es jemanden oder etwas, das er hasst?

    Liebt sich dieser Mensch selbst?

    Was sagt uns der Blick in den Spiegel?

    Was soll bleiben wie es ist?

    Was soll anders werden?

    Wer kann es ändern? … und wie?

     

    Kai G. Quirin

    Bild: Spiegelstation beim Versöhnungsgang der Firmlinge in Waldweiler

  • 19. Februar 2021

    „Man kann es nicht allen recht machen.“ Das ist ein Satz, den, so denke ich, wir alle unterschreiben können. Egal wie wir uns bei irgendeiner Sache entscheiden, irgendjemand wird schon da sein, dem dies nicht gefällt, der es anders haben möchte.

    Und dabei sind wir in guter Gesellschaft. Schon Paulus hat es formuliert, die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit, wir verkünden Christus als den Gekreuzigten.

     

    Die Griechen der damaligen Zeit waren sehr aufgeschlossen für Neues, sie liebten es, neue Philosophien zu entdecken, Religionen zu durchdenken, da ist das Bild vom qualvollen Tod am Kreuz auch nichts wirklich Anregendes, denn hier gab es nicht viel zu denken, oder zu entdecken.

    Denn was für eine interessante Neuigkeit bringt Paulus? Er verkündigt einen Gekreuzigten als von Gott gesandten Lehrer und Erlöser der Menschen, als Sohn Gottes. Ich glaube, wer einmal gesehen hatte, wie ein Mensch sich an einem Kreuz krümmte und elend starb, für den musste die Botschaft des Paulus eine Zumutung sein, der er bestenfalls mit Spott begegnen konnte. Für ihn konnte eine Lehre kaum noch verrückter ausfallen.

    Verstehen wir denn, warum Gott diesen Weg für unsere Erlösung gewählt hat, warum Jesus so furchtbar am Kreuz sterben musste, um uns von Sünden frei zu machen? In den Paulusbriefen und anderen Schriften des Neuen Testaments finden wir verschiedene Erklärungen wie wir durch Jesu Tod Vergebung erlangt haben; aber helfen die uns heute, wirklich zu verstehen: Warum das Kreuz?

    Am Ende bleibt uns nur, glaubend anzunehmen, dass Gott in seiner Liebe diesen Weg gewählt hat. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden und hat menschliches Leben bis zu diesem furchtbaren Ende mit uns geteilt. Vor einer solchen Liebe stehen wir fassungslos. Hätte es nicht tausend andere Wege zu unserer Erlösung gegeben, tausend andere Wege, um uns zu zeigen, wie grenzenlos die Liebe Gottes zu uns ist? Warum hat er diesen Weg durch unsagbaren Schmerz und schändlichen Tod in die Auferstehung gewählt?

    Wir wissen: Wer liebt, kann die verrücktesten Dinge tun, um dem Geliebten seine Liebe zu zeigen. Und Gott hat diesen Weg gewählt.

     

    Kai G. Quirin

    Bild: Kai G. Quirin, Kreuzalter in San Michele in foro, Lucca

  • 20. Februar 2021

    „So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel.“ (Ez 37,12a)

    Der Prophet Ezechiel spricht davon, dass die Toten aus den Gräbern herausgeholt werden. Für uns spricht er damit zunächst einmal vom tiefsten Geschenk unseres Glaubens, der Auferstehung Jesu und unserer Auferstehung. Für uns erfüllt sich in Jesus die Prophezeiung. Ezechiels Zeitgenossen konnten diese Worte noch anders interpretieren. Große Teile des Volkes Israel waren ins

    babylonische Exil Verschleppte und mussten ihr Leben fern ihrer Heimat und fern des Tempels in Jerusalem, dem Ort der Begegnung mit Gott, fristen. Viele aus dem Volk empfanden das als Grabesruhe. Dieses getrennt sein von der Heimat, diese Erfahrung der Gottesferne, sagt Ezechiel, wird nicht von Dauer sein, Gott ruft euch heraus, ihr werdet wieder Leben finden, in der Heimat, in Jerusalem, in Gottes Tempel. Aus dem Grab der Gottesferne wird er euch herausrufen. Das ist eine Erfahrung von Auferstehung mitten im Leben.

    Ist das nicht auch etwas, was uns geschenkt werden kann?

    Auferstehung mitten im Leben? Dort wo Menschen sich für andere einsetzen (gerade jetzt in dieser Zeit), dort wo mir ein gutes Wort geschenkt, eine helfende Hand gereicht wird, dort wo mir einer sagt: „Ich bete für dich.“ All das ist eine kleine Auferstehung mitten im Leben.

    Wo bin ich schon so auferstanden? Was kann ich tun, um anderen diese Erfahrung zu schenken?

     

    Kai G. Quirin

    Bild: Rösterkopf

     

  • 21. Februar 2021 - Leben mit leichtem Gepäck...

    Wüste bedeutet:

    • den Alltag unterbrechen.
    • Selbstverständliches und Gewohntes loslassen.
    • Ballast abwerfen.
    • leer werden.

     

    In der Wüste hat Jesus seinen Alltag loslassen müssen. Das, was seinen Alltag bestimmt und geprägt hatte, konnte in der Wüste nicht mehr sein. Jesus musste loslassen. Diese Erfahrung machen fastende Menschen immer wieder:
    Fasten, das fühlt sich zuerst einmal an wie Wüste, wie darben und erleiden.
    In der Wüste haben dann auch schon mal die Versuchungen ihren Raum.

    Fragen und Zweifel tauchen auf: „Was tue ich denn da eigentlich?“ „Hat das überhaupt einen Sinn?“ „Sollte ich nicht besser zum Alltag zurückkehren?“
    Wüste beinhaltet eben auch die Erfahrung der Leere. Und diese Erfahrung ist nicht immer angenehm.

     

    Wer aber lange genug durchhält, der kann auch zur Erfahrung Jesu kommen.

    • die Leere füllt sich allmählich wieder.
    • der Ballast, der gewissermaßen entrümpelt wurde,
      der macht Platz für Neues – vielleicht Wesentliches.
    • ich stelle fest: Vieles, was mich besetzt, brauche ich nicht.
    • ich komme ich mir selbst näher, entdecke, was ich wirklich will und brauche für mein Leben.
    • Ich komme mir selbst näherbringen und dem, was mein Leben im Letzten trägt und hält.
    • damit kann ich auch Gott in meinem Leben entdecken, denn er hat in der Leere plötzlich auch mehr Raum in meinem Herzen.
       

    Die Leere, die in der Wüste entsteht, kann so plötzlich zur neuen Fülle werden zu mehr Leben.

    Die Wüstenzeit wurde für Jesus zur Begegnung mit Gott und zu einer Klärung seines weiteren Lebensweges.

    Der zweite Teil des heutigen Evangeliums beschreibt das.
    Er ist gleichsam eine Zusammenfassung der frohen Botschaft Jesu: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“
    Umkehren und mit leichterem Gepäck der Botschaft Jesu Raum in unserem Leben, in unseren Herzen, geben.

     

    Diakon Andreas Webel

  • 22. Februar 2021

    FASTENAKTION 2021

     

    Es geht! Anders.

    Eine andere Welt ist möglich 

    und es liegt in unserer Hand, 

    diese zu gestalten. 

    Zeigen Sie Ihre Solidarität mit Menschen weltweit, 

    die den Wandel aktiv gestalten.

     

    Resonanz:

    Während Sie die Musik aus der Misa de solidaridad hören, können Sie 2 Minuten lang die Worte des Mottos nachklingen lassen.

    Musik: Ensemble ConCor2 & Rafael Klar

     

    Quelle:

    www.misereor.de/mitmachen/fastenaktion

    MISEREOR ist das katholische Hilfswerk für Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit einheimischen Partnern unterstützt MISEREOR Menschen jeden Glaubens und jeder Kultur.

     

    Dekanatskantor Rafael Klar

  • 23. Februar 2021 -

    Das Hungertuch zur Misereor Fastenaktion 2021 trägt den Titel

    „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“

     

    Der Vers stammt aus Psalm 31, einem Gebet, das vor 2500 Jahren im Exil formuliert wurde.

    Hier in einer Übertragung von Berrit Skopp

     

    Ps  a    l    m

     

    Gott, ich fühle mich bei dir geborgen.

    Lass mich nicht allein!

    Neige dein Ohr zu mir.

    Höre mich!

    Wenn um mich das Meer tobt, bist du mein Fels.

    Wenn ich vom Sturm überrascht werde,

    bist du meine Burg.

    Führe und leite mich auf meinen Wegen,

    wenn es dunkel um mich ist!

    Ich fühle mich wie in ein Netz verstrickt,

    das plötzlich über mich geworfen wurde.

    Hilf mir heraus, denn ich habe Angst!

    Wenn Einsamkeit mich überfällt

    Und ich mich gefangen fühle, dann bist du doch da.

    In deine Hände lege ich mich.

    Ich vertraue darauf: Du lässt mich nicht fallen.

    Du holst mich heraus aus meiner Machtlosigkeit.

    Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

    Du bist mein Gott!

    Quelle: Misereor - Materialien zum Hungertuch 2021

    Weitere Themenschwerpunkte entfaltet ganzheitlich

    der Eröffnungsgottesdienst der Fastenaktion vom 21.02.2021 aus Hildesheim.

    Bitte klicken Sie den LINK um das Video der ARD zu öffnen.

      

    https://www.ardmediathek.de/daserste/video/gottesdienst/katholischer-eroeffnungsgottesdienst-zur/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2tpcmNobGljaGUgc2VuZHVuZ2VuL2UyOTVkOWVjLWRmNDItNDUxMi1iYzlmLTQ5YmMyZGU2OWU4YQ/

     

    Dekanatskantor Rafael Klar

  • 24. Februar 2021

    Das Misereor Hungertuch 2021 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ von Lilian Moreno Sanchez 

     

    Die Würde der Menschen:

    der aufrechte Gang

    auf Füßen die tragen

    und brechen

    und heilen

     

    Blumen

    hast Du ausgestreut

     

    unbeirrt

    mit Narben und auf Krücken

     

    folgen wir

    dieser goldenen Spur.

     

    © Ricarda Moufang

    Anregungen für ein Gespräch:

    Wie ist es, aus einer Gefahr befreit zu werden?
    Wie fühlt es sich an, „gut zu Fuß“ zu sein
    und wieder frei gehen zu können?

     

    Der erweiterte Blick:
    Es geht! Anders.  Hungertuch (4.45min)
    https://youtu.be/KY-221-IqGA

     

    Lied: "Du stellst meine Füße auf weiten Raum" (3.00min)
    https://youtu.be/UtJ2TNyR_j4

    Lied "Such den Himmel" (3.30min)
    https://youtu.be/Qk3pVncjRj0

     

    Es geht! Anders.   Gespräch mit Bolivien Länderreferent Markus Zander (36min)
    https://youtu.be/YklBEV6K9IE

    Es geht! Anders.     Einblicke zum Projekt  (1h30min)
    https://youtu.be/AXOJuoNqK_E

  • 25. Februar 2021

    "Wir müssen nicht das Klima retten, sondern uns" 

    Eckart v. Hirschhausen 

     

     

    Aggiornamento - aufeinander zugehen
    Entwurf: Ottfried Stertenbrink 

    Musik: Toccata von Jan Pieterszoon Sweelink (1562 - 1621) 
    R. Klar an der Orgel in St. Martinus 

  • 25. Februar 2021 - Audio

  • 26. Februar 2021 - Ich und spirituelle Impulse…

    Wie einige bereits wissen, gehört das Schreiben solcher Texte nicht unbedingt zu meinen Stärken. Aus dem Grund habe ich mich bewusst für einen sozialen Beruf entschieden und bin nicht im theologischen Bereich gelandet. Doch da ich als Koordinatorin des Hochwälder Familiennetzwerks HAFEN offiziell zum Pastoralteam der Pfarrei gehöre, übernehme ich diese Aufgabe natürlich gerne (so gut ich kann).

    Noch schwieriger fällt mir das Verfassen von Texten allerdings, wenn ich mich über irgendetwas geärgert habe. Gerade in dem Moment, in dem ich mich dazu überwunden hatte meine Zeilen zu verfassen, erhielt ich einen Anruf, über den ich mich ziemlich geärgert habe. Und nun sollte ich meine Gedanken sammeln und etwas Sinnvolles zu Papier bringen…

    Meine Grundhaltung ist es, dienstlich wie privat, wertschätzend und offen meinen Mitmenschen gegenüberzutreten. Umso mehr wünsche ich mir, dass mein Gegenüber mir mit gleichen Werten begegnet. Leider ist dies nicht immer der Fall. Dennoch bin ich auch ein hoffnungsvoller Mensch und weiß, dass durch solche Situation auch neue Wege entstehen können. Wege, die bisher vielleicht undenkbar waren. Ich bin hoffnungsvoll, dass wir dennoch weiterhin gemeinsam-achtsam unterwegs sein werden. Egal wo der Weg uns hinführt.

    Bleiben auch Sie hoffnungsvoll  und blicken Sie zuversichtlich in die Zukunft.

     

    Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund.

    Karen Alt

    Koordinatorin Familiennetzwerk HAFEN

  • 27. Februar 2021

    Ich möchte heute gerne folgendes Gedicht mit euch teilen:

     

    Corona

    It’s Corona-time,
    das ist gar nicht fein.
    Mein Handy klingelt von früh bis spät,
    meine Kontakte wollen wissen, wie’s mir geht.
    Zur Schule gehen fehlt mir sehr,
    ob Homeoffice hin oder her!
    Alleine bin ich lange noch nicht,
    doch Freunde treffen passt noch nicht.
    Mundschutz ist jetzt voll der Hit,
    das Tragen hält dich lange fit.
    Corona verbreitet Angst und Schrecken,
    es lauert hinter allen Ecken.
    Viele bleiben jetzt zu Haus,
    nur wenige, die gehen noch raus.
    Hoffentlich geht Corona weg,
    das wäre wirklich sehr sehr nett!!!

    Dieses Gedicht stammt von unserem Nachbarsmädchen Luisa. Sie hat den Text im März 2020, im Rahmen des Homeschoolings, während dem ersten Lockdown verfasst. Zu diesem Zeitpunkt sind wir davon ausgegangen, dass wir bis zum Jahresende wieder in unseren Alltag zurückkehren können. Doch heute, im Februar 2021 nehmen wir wahr, dass diese Zeilen immer noch unser Leben wiederspiegeln. In dieser besonderen Zeit müssen wir zusammenhalten (wenn das auch in manchen Situationen nur digital möglich ist). Gemeinsam meistern wir diesen Ausnahmezustand und hoffen, dass der Spuk bald ein Ende hat.

    Ich wünsche Ihnen eine Hoffnungsvolle Zeit und bleiben Sie gesund.

     

    Herzliche Grüße

    Karen Alt

    Koordinatorin Familiennetzwerk HAFEN

     

  • 28. Februar 2021

    Ein Taborerlebnis:

    Auf einen Berg steigen.
    Nach den Mühen des Aufstiegs den Ausblick genießen.
    Der geweitete Blick.

    Die Aussicht.

    Die Übersicht.

    Über den Dingen des Alltags stehen.

    „Alle Ängste, alle Sorgen, werden nichtig und klein!“

    Den Himmel offen sehen:

    Die Zusage erfahren: „Du bist mein geliebtes Kind!“
     

    Das ist ein Zielfoto meines Lebens –

    so soll es sein am Ende!
    Gott sagt: „So wird es sein!“

    Mit neuer Kraft wieder zurückkehren ins Leben.

     

    Diakon Andreas Webel

  • 01. März 2021

    (Lk 6,36-38)

    Das heutige Evangelium bedarf im Grunde keinerlei Kommentierung oder Erläuterung. Denn die Anweisungen Jesu an seine Jünger sind unmissverständlich klar und konkret: Seid barmherzig; richtet nicht; verurteilt nicht; erlasst einander die Schuld; gebt (Almosen)!  Es geht um eine Umgangsweise, die das wiederspiegelt, wie wir uns Gott vorstellen, wünschen und erleben.  Wir leben von Gottes Barmherzigkeit, Nachsicht, Vergebung und Vorsehung.  Etwas davon soll unser Leben und unseren Umgang miteinander prägen und bestimmen.  Etwas davon soll in unserem Umgang miteinander ausstrahlen.  Wie schön wäre die Welt, wenn wir miteinander umgehen würden, wie wir es uns von Gott wünschen!

     

    Ohajuobodo I. Oko

     

  • 02. März 2021

    (Mt 23,1-12)

    Jedes Mal, wenn ich den Text des heutigen Evangeliums lese oder höre, habe ich als Priester immer wieder das unbequeme Gefühl, hier halte Jesus mir einen Spiegel vor.  Denn vieles, was hier von den Schriftgelehrten und Pharisäern seinerzeit gesagt wird, ähnelt in mancher Hinsicht dem Erscheinungsbild auch mancher heutigen Geistlichen, mich eingeschlossen!  So wirkt der Text wie eine kritische Anfrage an meine Lebenspraxis – ob ich nur rede, aber nicht tue, was ich sage?  Ob ich den Menschen Lasten (religiöser und moralischer Art) aufbürde, hinter denen ich zurückbleibe?  Ob ich nur eigene Vorteile und Bequemlichkeit suche?  Ob ich auf Ansehen und Anerkennung aus bin?  Ob mir Titel, Vorrechte und Machtansprüche so wichtig sind, dass ich das Wesentliche aus den Augen verliere?  Darüber nachzudenken, lohnt sich sicher!

     

    Ohajuobodo I. Oko

  • 03. März 2021

    (Mt 20,17-28)

    Anscheinend hat die Mutter der Zebedäus-Söhne nicht mitbekommen, was Jesus gerade seinen Jüngern angekündigt hat: Er werde in Jerusalem ausgeliefert, verurteilt, verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werden, und von den Toten auferstehen.  Sonst wundert es, dass sie mit der Bitte zu ihm kommt und die besten Plätze für ihre Söhne zur rechten und linken Jesu in seinem Reich voraussichern will.  Ihre Bitte und der darauffolgende Rangstreit der Jünger scheinen eine recht unangemessene Reaktion auf das zuvor angekündigte Leiden Jesu zu sein.  Offenbar haben die Zebedäer verkannt, worum es Jesus in erster Linie geht: nämlich, dass er nicht gekommen ist, um Macht an sich zu reißen und sich als Herrscher hervorzutun, sondern „um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“; dass er nicht gekommen ist, um Machtstrukturen aufzustellen und aufrechtzuerhalten, die es ermöglichen, dass Menschen Macht übereinander gewinnen und ausüben, sondern um Geschwisterlichkeit und Solidarität unter den Menschen zu ermöglichen.  Wie schnell und wie oft passiert es, dass wir – wie die Zebedäer – Nebensächlichkeiten den Vorrang geben?  Wie oft passiert es, dass der Kampf um Machtpositionen und Ansprüche uns entzweien und wir dabei das Ziel aus den Augen verlieren, um das es eigentlich geht?  Der Maßstab Jesu ist einfach anders: nicht Herrschen, sondern Dienen!  Dienen ist entscheidend.

     

    Ohajuobodo I. Oko

  • 04. März 2021

    (Lk 16,19-31)

    Neben der Erzählung vom barmherzigen Vater gibt es kaum eine passendere und prägendere Erzählung für die Fastenzeit als die Erzählung von dem reichen Mann und dem armen Lazarus.  Die eine sagt: das Herz Gottes ist immer für uns offen (wie wohl wir uns auch von Gott entfernt haben – also, wie schuldverstrickt wir auch sein mögen); und die andere: unsere Herzen und Hände sollen wir für unsere Mitmenschen offenhalten (besonders für die Menschen, die in Not sind).  Letztere hat der Reiche im Gleichnis nicht gemacht.  Obwohl der arme Lazarus vor seinem Tor, gleichsam in seiner Sichtweite liegt, hat ihn dies nicht gestört, ihn nicht dazu bewegt, ein Wenig von seinen üppigen Speisen mit ihm zu teilen.  Er hat ihn einfach ignoriert und sterben lassen.  Dem Lazarus gegenüber war er indifferent, jedenfalls bis sich die Verhältnisse im Jenseits umgekehrt haben.  Plötzlich erkennt er den Lazarus, diesmal von weitem, und sieht in ihm eine mögliche Hilfe.  Aber alles zu spät – meint Abraham – um sich selber oder seinen noch lebenden Brüdern zu helfen.  Die Erzählung erinnert uns: Die Jetztzeit, also hier und heute, ist die entscheidende Zeit, Gutes zu tun, Barmherzigkeit zu üben, sich auf das jenseitige Leben einzustellen und darauf vorzubereiten.

     

    Ohajuobodo I. Oko

  • 05. März 2021

    Kennen Sie das „kleine Ich-bin-ich“?

    Wikipedia sagt: „Das kleine Ich-bin-ich ist ein kleines, nicht näher bestimmbares, buntes Tier, das auf der Suche nach seiner Identität ist. Das bunte Tier spaziert über eine Blumenwiese und trifft einen Frosch. Der Frosch möchte wissen, was für ein Tier es ist. Das kleine Ich-bin-ich weiß keine Antwort. Verzweifelt fragt es nun verschiedene andere Tiere (Pferde, Fische, weiße Vögel, Nilpferde, Papageien, Hunde), ob jemand wisse, wer es sei. Doch keiner weiß es. Das kleine Ich-bin-ich fragt sich schließlich: „Ob’s mich etwa gar nicht gibt?“ Plötzlich trifft es die Erkenntnis wie ein Blitz. Das bunte Tier erkennt: „Sicherlich gibt es mich: Ich bin ich!“ Das kleine Ich-bin-ich freut sich und gibt seine Erkenntnis sogleich an alle anderen Lebenwesen weiter.

    Mein „kleines Ich-bin-ich“ ist schon mindestens 25 Jahre alt. Es wurde aus Stoffresten, Knöpfen und Wolle kreiert. Es ist bunt, nicht genau zu erkennen, was es ist, aber es ist da. Es ist ein „Ich-bin-ich“ und wurde in einer Gruppenstunde gebastelt.

    Wir Menschen suchen oft unsere eigene Identität. Manche suchen lange, andere finden sie  schnell, manche finden sie nie – aber sicher ist: jeder ist ein „kleines Ich-bin-ich“. Jeder Mensch hat seine eigene Identität; seinen Charakter, seine persönlichen Eigenschaften und sein ganz eigenes Aussehen. Jedes Individuum ist ein ich!

    Wie könnte Ihr „kleines Ich-bin-ich“ aussehen? Werden Sie kreativ und gestalten ihr eigenes „Ich-bin-ich“ und denken über ihr Sein nach.

     

    Kerstin Bettendorf, MGH

  • 06. März 2021

    Was ist Fasten für mich?

    Für mich bedeutet „Fasten“ z.B. auf Alkohol, Fleisch und Süßigkeiten zu verzichten. Fasten ist keine Diät, sondern ist eine Zeit der Besinnung. In der katholischen Kirche nennt man diese Zeit auch „österliche Bußzeit“.

    In vielen anderen Religionen spielt Fasten ebenfalls eine wichtige Rolle. Im Islam ist Fasten eine der 5 Säulen der Religion. Gefastet wird im Ramadan, dem 9. Monat des islamischen Mondjahres. 30 Tage lang dürfen Muslime in diesem Zeitraum zwischen Sonnenaufgang und Untergang nicht essen, trinken, rauchen und Geschlechtsverkehr haben. Der Ramadan endet mit dem 3-tägigen Fest des Fastenbrechens, dem Zuckerfest.

    Jom Kippur ist der große Fastentag im Judentum. Es darf weder gegessen, getrunken, noch geraucht werden. Auch waschen, arbeiten und Sex sind untersagt. An diesem Versöhnungstag zwischen Gott und den Menschen sollen alle zuvor begangenen Sünden gesühnt werden.

    Im Hinduismus gibt es keine einheitliche Fastenzeit. Dennoch spielt Fasten im Hinduismus eine fundamentale Rolle, umso Körper und Geist zu reinigen. 

    Was bedeutet Fasten für Sie?

    Kerstin Bettendorf , Koordinatorin MGH

  • 07. März 2021

    Den Tempel reinigen

     

    Jesus wird richtig wütend.
    So kennen wir ihn gar nicht.
    Sogar rabiat wird er.

     

    Er nimmt einen Strick und schlägt sogar zu,

    wirft Tische um und schmeißt die Händler aus dem Tempel.

    Hier ist der Tempel,
    der Ort Gottes und keine Räuberhöhle!

    „Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,

    der in euch ist und den ihr von Gott habt,

    und dass ihr nicht euch selbst gehört?“ 1 Kor 6,19

     

    Fastenzeit kann bedeuten:

    • Selbst die Rolle Jesu einnehmen und genau hinschauen,
      was meinen Leib und meine Seele durcheinander bringt.
    • Sich besinnen, was meine Verbindung mit Gott behindert
      oder gar verhindert.
    • Entrümpeln, meinen Alltag und mein Inneres,
      damit Gott wieder Platz hat und neu zur Geltung kommt.

     

    Diankon Andreas Webel
     

  • 08. März 2021

    Die Fastenzeit ist die Zeit der Neuschöpfung

    Die Fastenzeit ermöglicht es uns, etwas Neues zu beginnen. Diese 40-Tage sind eine perfekte Zeit, um mich zu erneuern und neu zu beginnen. Diese Erkenntnis befreit mich davon, Opfer zu sein. Es erlaubt mir, mich voll und ganz Gott zu öffnen. Ich möchte hier mitteilen, was mich in meinem Leben stört und was ich in meinem Leben neu erschaffen soll. Wenn es eine Sache gibt, in der ich absolut schrecklich bin, dann gibt es mir Gnade. Ich bin eifrig mein schlechtester Kritiker in fast allem, was ich tue. Ich kann mich an einfache Fehler erinnern, die ich vor Jahren gemacht habe, und ich halte immer noch an ihnen fest. Das Größte, woran ich zu arbeiten versuche, ist, mir selbst Gnade zu geben. Ich habe erkannt, dass ich es vermisse, ein Mensch zu sein, wenn ich mir keine Gnade gebe. Umso mehr habe ich erkannt, dass ich lernen muss, auch mir selbst Gnade zu geben, um anderen Gnade zu geben. So oft lassen wir Perfektion unser Leben dominieren, ohne es zu merken. Ich habe beschlossen, das in meinem eigenen Leben zu ändern, und ich hoffe, Sie werden das auch in Betracht ziehen. Gnade beginnt mit einem einfachen Bewusstsein, wer wir sind und wer wir werden. Wenn Sie diese vier Affirmationen und Möglichkeiten lesen, sich selbst Gnade zu verschaffen, hoffe ich, dass Sie sie aufnehmen.

     

    Kooperator Chinnapparaj

  • 09. März 2021

    Ausgebrannt zu sein bedeutet nicht, dass wir nicht gut in dem sind, was wir tun.

    Das Problem beginnt, wenn wir uns selbst überarbeiten und so hart arbeiten, dass wir vergessen, warum wir die Dinge tun, die wir tun. Es ist der Punkt im Semester, an dem sich die Studenten ausgebrannt fühlen, und ich habe auch angefangen, es zu fühlen. Ich habe festgestellt, dass ich an manchen Tagen etwas mehr Ruhe oder ein paar Pausen mehr brauche als gewöhnlich. Das ist ok. Eine Pause zu machen oder erschöpft zu sein bedeutet nicht, dass wir nicht gut in dem sind, was wir tun. Stattdessen betrachte ich es gerne als einen einfachen Anstoß zur Umleitung. Ich hoffe auch, dass wir wissen, dass es normal ist, sich manchmal ausgebrannt oder entmutigt oder erschöpft zu fühlen. Ich hoffe jedoch, dass wir das Urteilsvermögen haben, um zu erkennen, dass das Ausbrennen zu einer regelmäßigen Routine wird und wir uns zu Veränderungen verpflichten. Ich hoffe, wir haben den Mut zu erkennen, dass die Menschen, die sich am häufigsten darum kümmern, das Gefühl haben, sich nicht genug um sie zu kümmern. Ich hoffe, wir erkennen, dass wir gut sind, auch wenn unsere Leistung nicht gut ist. Vor allem hoffe ich, dass wir unsere geistige Gesundheit priorisieren, und ja, das könnte bedeuten, eine Pause einzulegen oder wegzugehen. Wir können lieben, was wir tun, und erkennen, dass es Zeit ist, in eine neue Richtung zu gehen, oder wir können vielleicht zu dem zurückkehren, warum wir angefangen haben. Wenn wir das tun, hoffe ich, dass alles Sinn macht. Sei sanft mit dir selbst, auch wenn du dir bei deinen nächsten Schritten nicht ganz sicher bist.

     

    Kooperator Chinnapparaj

  • 10. März 2021

    Verstehe, dass niemand uns bittet, perfekt zu sein.

    Das ist eine große Sache für mich, und ich muss mich an mehr erinnern, als ich zugeben möchte. Manchmal habe ich das Gefühl, kein Perfektionist zu sein. Ich bin leicht mein schlechtester Kritiker, und mir ist klar, dass einige der Erwartungen, die ich an mich selbst habe, unrealistisch sind. Ja, wir hoffen auf jeden Fall, dass wir uns Ziele setzen. Ich hoffe, wir streben nach Spitzenleistungen, aber wir müssen erkennen, dass uns niemand bittet, perfekt zu sein. Wir sind aller unordentlichen Menschen mit Stärken und Schwächen, aber was noch wichtiger ist, wir sind alle Menschen mit einer Geschichte. Umarme deine, auch wenn sie nicht perfekt ist. Ich habe festgestellt, dass die Dinge, die wir als unsere größten Schwächen betrachten, oft die Dinge sind, die uns am verlässlichsten machen. Verstehe, dass Menschen auf eine Weise von uns lernen, die wir vielleicht nie erfahren werden. Andere Menschen brauchen uns, um in vollen Zügen menschlich zu sein. Noch wichtiger ist, dass wir selbst in vollen Zügen menschlich sein müssen. Wenn wir Fehler machen, übernehmen wir Verantwortung und lernen daraus. Wenn wir Fehler machen, denken wir daran, dass dies nicht der erste oder letzte Fehler ist, den wir gemacht haben. Gib der Gnade nach. Jeder Fehler ist ein Schritt in unserem Leben, und ohne ihn hätten wir kein Wachstum. Es gibt viel bessere Dinge, als perfekt zu sein. Ich hoffe, wir entscheiden uns dafür, freundlich zu sein. Ich hoffe, wir entscheiden uns dafür, einfühlsam zu sein. Ich hoffe, wir entscheiden uns dafür, gut zu sein. Es ist sowieso viel besser, als perfekt zu sein.

     

    Kooperator Chinnapparaj

  • 11. März 2021

    Was immer wir heute tun, ist genug. Lass es uns reichen.

    Es ist so einfach, unseren Wert oder unseren Erfolg mit unserer Produktivität zu verbinden. Ich habe die Gefahr im Wort "nur" erkannt, weil es betont, was wir noch tun müssen, anstatt was wir bereits getan haben. Ja, es gibt immer Raum für Wachstum und Verbesserung, aber es gibt auch Raum, um die kleinen Siege zu feiern. Vielleicht haben wir unser Bett gemacht oder es geschafft, pünktlich zu arbeiten. Diese Dinge mögen nicht groß erscheinen, aber sie sind immer noch Siege. Ich würde herausfordern zu erkennen, dass wir auch an unserem schlimmsten Tag immer noch geliebt werden. Jemand hat mir einmal gesagt, dass, obwohl es ein großes Problem für mich sein könnte, andere Leute es wahrscheinlich nicht bemerken oder sich darum kümmern werden. Das soll nicht entmutigen. Es soll heißen, dass ein Großteil unseres Kampfes innerlich ist. Der größte Teil des Kampfes richtet sich gegen unsere eigenen Erwartungen an Erfolg oder Unwürdigkeit, nicht gegen andere Menschen. Wir werden trotzdem geliebt, auch wenn wir nicht glauben, dass wir es verdienen, geliebt zu werden. Wir werden trotzdem geliebt, ob wir alles erledigen oder gar nichts erledigen. Was immer wir heute tun, ist genug, weil wir genug sind. Lassen Sie uns das heute unterstützen.

     

    Kooparator Chinnapparaj

  • 12. März 2021 Zwischen Himmel und Erde

    Zwischen Himmel und Erde ist ein Riß

    und ein Kampf zwischen Licht und Finsternis

    In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

     

    Zwischen Himmel und Erde sind wir noch

    Und das, was wir nicht wollen, tun wir doch

    In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

     

    Mitten in dieser Welt, doch nicht von dieser Welt

    Wir gehören zu dir und doch sind wir noch hier

     

    Refrain:

    Zwischen Himmel und Erde hängst du dort

    Ganz allein und verlassen von Mensch und Gott

    zwischen Himmel und Erde ausgestreckt

    Dort am Kreuz

    Zwischen Himmel und Erde hängst du dort

    Wo die Balken sich kreuzen, ist der Ort

    Wo sich Himmel und Erde trifft in dir

    Dort am Kreuz

     

    Zwischen Himmel und Erde leiden wir

    An Zerissenheit auf dem Weg zu dir

    In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

     

    Zwischen Himmel und Erde stehen wir

    Und wir treten in diesen Riß mit dir

    In dieser Zwischenzeit, in dieser Zwischenzeit

     

    Vielleicht kennen Sie diese Zeilen aus einem Lied von Albert Frey? Es heißt “Zwischen Himmel und Erde”.

    Das erste Mal habe ich es vor einigen Jahren, bei der Vorbereitung eines Treffens in der Fastenzeit gehört. Es erinnert daran, das Jesus Christus als Gottes Sohn, als Menschensohn,als gekreuzigter Jesus Christus Himmel und Erde für immer verbindet, solange sie existiert.

     

    Ein paar Jahre später, heute im Jahr 2021 spendet mir dieses Lied Trost und Mut, wenn ich es höre.

    Sicher kennen sie Aussagen wie “Das Leben ist schön” (Licht) und die gegenteilige Aussage “Das Leben kann ein A - Loch sein” (Finsternis).

    Beide Aussagen stimmen zu 100 Prozent!

    Ich erspüre den Himmel, wenn

    • ich liebe und geliebt werde
    • ich Menschen erlebe, die für andere da sind
    • ich Kinder sehe die glücklich spielen können
    • ich jeden Tag Essen habe
    • ich Gesundheit erfahren darf
    • ich Freiheit spüre
    • ich im Frieden leben darf
    • ...

     

    Ich erspüre die Zerissenheit zwischen Himmel und Erde, wenn

    • ich einsam bin
    • ich an einer Krankheit leide
    • Menschen sich gegenseitig verletzen
    • Kinder und Familien in Armut leben
    • Kinder und Erwachsene Leid erfahren
    • Menschen leidvoll oder unvorhersehbar sterben
    • mir die Worte fehlen, angesichts von Tod, Trauer und Leid
    • Menschen flüchten müssen aus ihrer Heimat
    • Menschen keine Hilfe erfahren

     

    Trost, Mut und Glaube geben mir die Worte dieses Liedes deshalb, weil ich als Christin glaube, das ich von Gott in gänzlicher Freiheit in diese Welt hinein geboren bin. Und diese Freiheit beinhaltet für mich und alle Menschen, dass ich frei bin in meiner Entscheidung Gutes zu tun oder auch Schlechtes.

    Diese Welt ist nicht der Himmel und so erfahren wir beides auf ihr - Licht und Finsternis.

    Aber wie es im Refrain des Liedes heißt “...wo die Balken sich kreuzen, ist der Ort, wo sich Himmel und Erde trifft in dir…”

    Jesus Christus verbindet die Erde jetzt schon mit dem Himmel und ich vertraue auf ein Leben in dieser “Zwischenzeit”, in dem ich als Mensch den Himmel auf Erden erspüren und die Zerissenheit, die Finsternis ertragen kann.

     

    Belinda Jochem

     

  • 13. März 2021

    Ich habe mir über das Wort „Fastenimpuls“ meine Gedanken gemacht. Mir sind die Anfangsbuchstaben ins Auge gefallen. Ich habe mir dazu Wörter gesucht, im positiven wie auch im negativen Sinne. Diese vergleiche ich in der schwierigen Corona-Zeit: Wir erleben zwar Negatives, aber trotz allem kommen auch immer wieder positive Lichtblicke, auch wenn es kleine sind.

    Ich wünsche uns allen, dass wir trotz der schwierigen Zeit viel Positives erleben und dies auch zu schätzen wissen.

    Mit diesen Wörtern sage ich:

    Bleiben Sie gesund und denken Sie an das Positive,

    Ihre Claudia Malburg

     

    Der Fastenimpuls für mich:

     

    F                 Freude                 -                  Frustration                   

    A                 Andacht              -                  Ablenkung

    S                 Stille                     -                  Streit

    T                 Trauer                  -                  Freude

    E                 Einigkeit              -                  Egoismus

    N                 Neugier               -                  Desinteresse

    I                  Impuls                 -                  Aufmerksamkeit      

    M                Miteinander       -                  Gegeneinander

    P                 Paar                     -                  Single

    U                 Unterschied        -                  Ähnlichkeit

    L                  Liebe                    -                  Hass

    S                 Sorgen                 -                  Hoffnung       

  • 14. März 2021

    Gericht oder Gnade

     

    Als Kind habe ich oft den Satz gehört:

    „Ein Auge ist’s, dass alles sieht, …“
    meist dann mit dem Zusatz: „…auch wenn’s in finsterer Nacht geschieht!“

    Sieht Gott wirklich alles?
    Das Bonbon, das ich aus der Einkaufstasche der Mama heimlich nasche?
    Die Notlüge, die mich vor Blamage oder Strafe schützen sollte?
    Das hat mir manchmal Angst gemacht,
    denn wer hat schon nichts auf dem Kerbholz.

    Als Erwachsener bin ich über diese Gedanken hinaus.
    Aber die Frage bleibt doch:
    Wie ist das mit den Strafen für meine ganz eigenen Fehltritte und Vergehen.
    Wenn ich Gott gegenüberstehe, heißt es dann
    Gericht oder Gnade?

    Im heutigen Evangelium sagt Jesus:
    „Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“
     

    Gottes Ziel ist nicht die Verurteilung und Bestrafung, sondern die Rettung.

    In einem Hymnus zur Laudes, dem Morgengebet der Kirche, heißt es:
    „Ein Auge schaut auf uns herab,
    das über unsrem Leben wacht:
    Es sieht voll Güte unser Tun
    vom frühen Morgen bis zur Nacht.“

     

    Gottes Blick ist voller Wohlwollen und Güte.
    Er beschönigt nichts – aber er verurteilt auch nicht.
    Er möchte zwar „richten“ – aber vielleicht eher im Sinne von „ausrichten“

    und „gut machen“.

    Es tut gut, sich dem Blick Gottes anzuvertrauen!

     

    Diakon Andreas Webel

  • 15. März 2021

    My home is my castle

     

    Nach Hause kommen – ein Ort der Sicherheit!
    Im Sommer angenehme Kühle, im Winter schön warm.
    Der Kühlschrank gut gefüllt mit Lebensmitteln und erfrischenden Getränken.
    Ein Badzimmer mit fließend, warmen Wasser für die tägliche Körperpflege und ein frisches, kuscheliges Bett zum Schlafen. Sich rundum wohl und geborgen fühlen - SELBSTVERSTÄNDLICH!
    My home is my castle!

    Aber wie geht es den Menschen, die auf der Straße leben?
    Warum sie in Armut leben – dafür gibt es sicher zahlreiche und die unterschiedlichsten Gründe.
    Selbst verschuldet oder schuldlos – sie alle entbehren, was für uns selbstverständlich ist!

    Gerade auch obdach- oder wohnungslose Menschen wurden durch die Pandemie hart getroffen:
    Schlafunterkünfte, öffentliche Toiletten, Waschräume, Suppenküchen wurden geschlossen.
    Bedingt durch den Lockdown leergefegte Innenstädte, somit keine Aussicht auf den ein oder anderen Euro, der in vielen Fällen vielleicht das Überleben sichert. Erschreckend sind die Nachrichten, dass Jahr für Jahr zig obdachlose Menschen auf den Straßen in unseren Städten sterben!
    Aber Gott sei Dank gibt es viele Menschen, die ein großes Herz haben und helfen!

    Ob Einzelpersonen, Gruppen bis hin zu Organisationen. Sie verteilen Essen, wärmende Decken, Heißgetränke im Winter und Trinkwasser im heißen Sommer.  Oder sie haben einfach nur ein offenes Ohr für die Menschen auf der Straße – Menschen sind es wert beachtet zu werden!

    Dank der Lockerungen haben die Geschäfte nun wieder geöffnet. Vielleicht begegnet uns bei einem Stadtbummel oder bei den Ostereinkäufen ein auf der Straße lebender Mensch. Wir können natürlich nicht allen helfen, das ist klar!

    Aber eine Kleinigkeit in das aufgestellte Gefäß, ein Getränk, etwas zu Essen oder nur ein gutes Wort…

    Manchmal sind es Kleinigkeiten, die helfen und den MENSCHEN ein Lächeln ins Gesicht zaubern!

     

    Heike Dixius

  • 16. März 2021

    „Gott schenkt seine Lebensfarben, du sollst sein Maler sein!“

    Soweit der Text des deutschen Liedermachers Siegfried Fietz.

    Gehören Sie zu den kreativen Menschen, und Malen oder künstlerische Gestaltung sind Ihre bevorzugten Hobbys? Ich persönlich muss diese Frage für mich teilweise verneinen. Malen kann ich überhaupt nicht, in diesem Fach hatte ich auf dem Zeugnis immer die schlechteste Note.

    Welches Bild würden Sie zeichnen, wenn Sie heute folgenden Auftrag bekämen: Male ein Bild, auf dem Du vor Glück strahlst!

    Haben Sie gedanklich die Skizze eines Bildes entworfen?

    Ich möchte Ihnen verraten, was auf meinem Glücksbild zu sehen wäre:

    „Ein langer und mühsamer Weg liegt hinter mir. An meinem Ziel angekommen, geht mein Blick ins Tal, wo die Abendsonne langsam untergeht. Im milden Licht der Abenddämmerung erblicke ich eine Kirche, daneben eine Gaststätte. Ein solches Szenarium ist für mich momentan der Inbegriff von Glück.

    Am Abend zur Ruhe zu kommen - dankbar auf einen mir von Gott geschenkten Tag zurückblicken, den Glanz der Sonne noch einmal vor ihrem Untergang genießen und bei alledem ein dankbares Gebet auf den Lippen und Freude im Herzen.

    In dem benachbarten Gasthaus feiere ich mit einer Schar heiterer Menschen ein Fest. Ich wünsche mir Musik und erfreue mich am Tanz. Ein gutes Essen gehört beim gemeinsamen Feiern dazu. Beim Singen spüre ich förmlich, wie sich Körper und Seele erfreuen, wie das Leben sich mir neu eröffnet, mich beschwingt und beflügelt…“

    Du großer Gott, nach dieser Meditation verspüre ich gerade, auf was ich in den letzten Wochen und Monaten schmerzlich verzichtet habe. Segne unsere Bemühungen und lass uns hoffnungsvoll weiter unseren Lebensweg gehen, auch wenn es noch etwas dauern wird, bis solche Träume nochmals Wirklichkeit werden.

    Rüdiger Glaub-Engelskirchen

  • 17. März 2021

    „Ich bin müde, verärgert, krank, traurig, freudig, höflich, begeistert. Ich bin ich. Ich bin was ich bin und derzeit fühle.

    Während ich diese Zeilen schreibe erinnere ich mich an ein interessantes Gotteshaus, das ich in Mettmann bei Düsseldorf kennengelernt habe. Diese Kirche fällt auf durch ihre schlichte Architektur und ein riesiges Altarfresko. Dieses ist gestaltet nach den sieben „Ich-bin“-Worten Jesu, welche wir aus dem Johannesevangelium kennen.

     

    So wie oben beschrieben was ich als Mensch alles bin, so ergibt das tolle Mosaik in der St. Thomas-Morus-Kirche ein Gesamtkunstwerk von Jesus Christus. Nur in den unterschiedlichen Facetten und wenn wir möglichst viele Zusammenhänge begreifen, können wir von Jesus etwas erkennen, wer er war, wer er für mich ist und wer er in Zukunft für mich sein wird. Ich bin sicher, unser Bild von ihm wird sich im Laufe des Lebens weiter verändern.

    Den Bibelkundigen unter uns fällt bei der Betrachtung der Ich-bin-Worte direkt auf, dies ist explizit die alttestamentlichen Offenbarungsformel. „Ich bin, der ich bin“ (vgl. Ex 3,14) so gibt sich Jahwe am Gottesberg Horeb Mose und dem Volk Israel zu erkennen. Wenn Gott sich im Alten Testament offenbart, als der ich bin da; dann liegt es nahe, dass sein Sohn Jesus sich im Neuen Testament erstens zu Gott seinem Vater bekennt und zweitens uns weiter hinführen will in das göttliche Geheimnis. Ich bin das Brot des Lebens, das Licht der Welt, die Tür….

    Im nachfolgenden die einzelnen Ich-bin-Worte mit der zitierten Stelle aus dem Johannesevangelium. Ich lade Sie ein heute dem nachzuspüren, wer ist Jesus Christus für mich, heute an diesem Mittwoch, dem 17. März 2021?

    Joh 6,35 „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“

    Joh 8,12 „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

    Joh 10,9 „Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.“

    Joh 10,11 „Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“

    Joh 11,25 f. „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.“

    Joh 14,6 „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

    Joh 15,1 „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner.“

    Wenn Jesus die Tür ist, dann dürfen wir heute gespannt sein, welchen neuen Einblick er uns heute gewährt. Jeder wählt sich seine Türen und weiß vielleicht gar nicht so genau was ihn dahinter erwartet. Nur Mut, wir sind nicht allein! Und falls Ihnen beim Meditieren oder weiteren Nachdenken dazu gute Gedanken gekommen sind, lassen Sie es mich bitte wissen, es interessiert mich.

     

    Gemeindereferent

    Rüdiger Glaub-Engelskirchen

     

  • 18. März 2021

    „In aller Freundschaft- die jungen Ärzte“. Ich liebe diese Serie, die donnerstags abends über den Bildschirm auf ARD flimmert. Für alle, die die Serie nicht kennen, hier ein kurzer Überblick:

    Diese Arztserie gewährt uns wöchentlich einen Einblick in das Johannes-Thal-Klinikum in Erfurt. Die vielen jungen Assistenz-, Chef- und Oberärzte arbeiten meistens vorbildlich Hand in Hand zusammen, um die Krankheiten und Schicksalsschläge der Kranken zu besiegen.

    Einige Figuren dieser Ärzteserie spalten die Gemüter der Fans, andere gehören zu den absoluten Lieblingen. Ich möchte Ihnen ein paar Charaktere näherbringen:

    Da gibt es die stellvertretende Chefärztin Dr. Leyla Sherbaz, die derzeit Stress mit ihrem Ehemann Assistenzarzt Ben Ahlbeck hat.

    Dr. Elias Bähr, ein treuer einfühlsamer Freund, so wie ihn sich jeder wünscht, hat selbst alle Hände voll zu tun, doch er löst die Probleme mit Fleiß, Ehrlichkeit und Leistungsbereitschaft. Er ist durch sein großes Herz der Publikumsliebling.

    Aber es gibt nicht nur Jubel, Trubel und Heiterkeit. Für Spannungen sorgt der arrogante und zynische Dr. Matteo Moreau. Durch sein Talent als Handchirurg gilt er als Koryphäe. Seine außerordentlichen Fähigkeiten und seine exponierte Stellung als Aushängeschild der Klinik täuschen aber darüber hinweg, dass Matteo ein unangenehmer Kollege ist. Jedoch auch er bringt Würze und Spannung mit in das Krankenhausgeschehen.

    Arztserien gehören zu den beliebtesten Sendungen im Fernsehen. Alles wird perfekt dargestellt und gelöst: Hoffnung, Angst, Liebe, Intrigen, Verzweiflung, Glück, Heilung … Alle Lebenssituationen werden geboten, wenn die Kolleginnen und Kollegen über die Flure des Krankenhauses rennen. Auch in der Cafeteria, im Labor, im Bereitschaftsraum und sogar auf dem Parkplatz spielt das Krankenhausleben des Klinikums.

    Aber ein entscheidender Raum fehlt mir im Hinblick auf Leben und Tod. Eine Kapelle, ein Raum, wo man zur Ruhe kommt, wo man eine Kerze anzünden kann, wenn Ärzte an ihre Grenzen stoßen und die Angehörigen im Gebet Gottes Erbarmen erflehen.

    Die Gefühle der Schauspieler und der Millionen Zuschauer könnten erfüllt werden mit Trost, Hoffnung, Kraft, Stärke und Barmherzigkeit.

    Thomas Zondek, genannt Tom, stieg vor kurzem aus der Serie aus. Mit der emotionalen Episode „Sturz ins Leere“ verabschiedete er sich. Leider eine sehr dramatische Folge, denn er hat den Unfall nicht überlebt.

    Hier hätte bei aller Verzweiflung und Not ein religiöses Hoffnungszeichen gutgetan. Da viele Zuschauer Christen sind, hätten sie das vielleicht als tröstlichen Abschluss empfunden.

    Wir befinden uns in der Österlichen Bußzeit, wie sieht Ihre Vorbereitung auf das Osterfest – das Fest der Auferstehung Jesu aus?

    Rüdiger Glaub-Engelskirchen

  • 19. März 2021

    Ich erinnere mich an eine der vielen Erstkommunionfeiern. Schönes Wetter, die Festgemeinde versammelt sich auf dem Schulhof, der Musikverein ist da und spielt das Lied: „Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren.“

    Bei der zweiten Strophe kann schon fast keiner mehr mitsingen, aus welchen Gründen auch immer. Ich krame konzentriert in meinem Gedächtnis, okay die zweite Strophe bekomme ich noch zusammen:

    Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret,
    der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
    der dich erhält,
    wie es dir selber gefällt;
    hast du nicht dieses verspüret?

    Wer sich schon mal näher mit dem Adler befasst hat, der wird wissen, dass Adler nicht nur supertolle Augen haben. Ein interessantes Phänomen beinhaltet, dass die Adlerjungen regelrecht aus dem Nest geworfen werden. Was für Zuschauer vielleicht häufig aussieht wie Kämpfe, sind nur Flugübungen der jungen Seeadler. Klar füttern die Adlereltern ihre Jungen. Aber wenn das Adlerjunge flügge wird, dann wird es entweder häufig mit der Beute der Adlereltern gelockt oder aber die Eltern werfen das Junge aus dem Nest. In Todesangst und Panik stürzt es dann in die Tiefe. Jeder Zuschauer wird denken und sich fragen, warum haben die Adlereltern bis hierher gepflegt und liebevoll versorgt, wenn sie das Junge dann in die Tiefe, in den tödlichen Abgrund stürzen lassen?

    Aber dann das überraschende Geheimnis. Bevor das Adlerjunge am Boden zerschellt, jagt der Adlervater geschwind hinterher, fängt es auf seinen Fittichen auf und bringt es zurück ins Netz.

    Das Adlerjunge ruht dann auf den Schwingen des Adlers und wird von ihm wieder zum Nest emporgetragen. Auch wenn die Sicherheit des Adlerjungen im Nest nicht lange anhalten wird, denn dort beginnt dann diese „Flugübung“ von neuem: Das Adlerjunge wird wieder aus dem Nest gestoßen, es fällt – und lernt nach und nach, selbst zu fliegen.

    (Das ist das schöne Bild von „der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet.“)

    Ich wünsche Ihnen die Erfahrung, dass Gott für uns wie ein Adler ist, dass er uns hin und wieder aus dem Nest oder dem Wohlstand wirft, um uns danach wieder liebevoll aufzufangen. 

    Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
    der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
    In wieviel Not
    hat nicht der gnädige Gott
    über dir Flügel gebreitet!

    Rüdiger Glaub-Engelskirchen

  • 20. März 2021 - "Hurra, ich bin anders!"

    Im September 2020 nahmen wir drei Sekretärinnen an einer Fortbildung des Bistums teil unter der Überschrift: ´Hurra, ich bin anders!`

    Für uns, als im Herbst 2019 neu zusammengekommenes Team des Pfarrbüros, war diese Fortbildung eine gute Chance um als solches auch zusammenzufinden.

    Neben einer ausführlichen Analyse unseres eigenen Persönlichkeitsprofils lernten wir eigene Präferenzen passend einzuschätzen und sich auf Menschen einzustellen, die ganz anders sind als man selbst.

    Auch im Team kann es sehr nützlich sein, die unterschiedlichen Präferenzen zu kennen, damit Aufgaben optimal verteilt werden und Unterschiedlichkeit als Bereicherung genutzt werden kann!

    Neben dem positiven Effekt und Nutzen für unseren beruflichen Alltag wurde uns nochmal bewusst, wie wichtig es ist, unsere Mitmenschen so zu akzeptieren wie sie sind und ihnen wertschätzend und mit Respekt zu begegnen.

    Es ist nun nicht gesagt, dass uns dieses immer uneingeschränkt gelingt - aber wir sind bemüht uns das immer wieder vor Augen zu führen.

     

    Gemeinsam achtsam - kleine Schritte für ein besseres Miteinander!

     

    Die Pfarrsekretärinnen

    Belinda, Heike und Claudia

  • 21. März 2021

    Anders! Es geht.

     

    Manchmal muss Altes sterben,

    damit Neues entstehen kann.
     

    Die Natur macht es uns vor:
    im Herbst welken Gräser, Blumen und Blätter an den Bäumen.
    Altes und Kraftloses stirbt ab.
    Die ganze Natur begibt sich zur Ruhe.

    Doch im Frühling explodiert es fast, das neue Leben.

    „Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bleibt es allein.
    Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“

     

    Manchmal muss Altes sterben,

    damit Neues entstehen kann.
     

    Auch in unserer Gemeinde ?!

    Auch bei mir selbst?!
    Auch in meinem Leben?!

     

    Andreas Webel

  • 22. März 2021

    Das heutige Evangelium (Joh 8,1-11) konfrontiert uns mit einer Frau, die nach dem Gesetz und der Meinung der Juden gesteinigt werden müsste. Doch Jesus tritt den Anklägern mit einer Aussage gegenüber, die jede/jeden einzelne/n persönlich herausfordert: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“

    Haben wir Christen nicht oft dieselbe richtende Haltung wie die Juden damals? Gewiss, wir steinigen niemanden mit Steinen, dafür mit Worten, Blicken, Taten … . Jesus gibt uns hier eine erstklassige Lektion, was Barmherzigkeit und Demut bedeutet. Wer von uns ist ohne Sünde? Allein schon Jesu äußere Haltung macht sein Verhalten, seine Einstellung deutlich: Während die selbstgerechten Ankläger aufrecht stehen, bückt sich Jesus auf die Erde, hinunter zu der Frau, die auch irgendwo auf dem Boden liegt. „Geh und handle genauso!“

    Udo Jürgens hat dieses Thema in einem seiner Songs aufgegriffen – wohl ein aktuelles Thema!

    Wir sind zum Engel nicht geboren,
    der Teufel mischt oft kräftig mit hinein.
    Meist irgendwo im Alltagstrott verloren
    stellt er uns immer wieder gern ein Bein.

    Ein bisschen lästern, hassen, Streit ums Geld,
    ein bisschen vorschnell unser Urteil sprechen.
    Wir sind nicht besser als der Rest der Welt
    und wolln den Stab doch über andre brechen.

    Geballte Faust statt ausgestreckter Hand -
    Ein jeder trägt das Kainsmal eingebrannt.
    Nur wer da glaubt, er habe nichts von Kain,
    der werfe den ersten Stein.

    Wir sitzen allzu oft als Moralisten
    entrüstet über andere zu Gericht
    als ob wir über das Leben alles wüssten
    mit Besserwisser-Hochmut im Gesicht.

    Versteckte Lust, ihn selbst einmal zu gehn
    den Weg, den wir als Abweg andrer sehn.
    Nur wer da glaubt, er habe nichts von Kain,

    der werfe den ersten Stein

    Der werfe den ersten Stein,
    wer keine klammheimlichen Wünsche hat,

    wer nie im Leben Verbotnes tat.

    (nach Udo Jürgen – gekürzt und leicht verändert)

     

    Sr. Beate

  • 23. März 2021

    Eine Spinne lebte glücklich und froh in ihrem Netz bis sie eine Einladung zu einem gelehrten Vortrag bei einer Spinnenversammlung folgte. Aufmerksam hört sie zu, wie der Redner sagt: “Die Welt ist anders geworden, ihr müsst euch anpassen, euch von Unnützem trennen.“

    Die Spinne wird ganz nervös. Als sie nach Hause kommt, inspiziert sie umgehend ihr Netz. Aber kein Faden war überflüssig, jeder schien dringend notwendig.

    Schließlich findet die Spinne noch einen Faden, der senkrecht nach oben läuft. Sie kann sich nicht erinnern, dass an diesem Faden jemals eine Fliege hängen geblieben wäre. Also weg damit! Die Spinne beißt den Faden ab und – das Netz fällt in sich zusammen.

    Es war nämlich der Faden, an dem das ganze Spinnennetz aufgehängt war.

     

    Wie sieht mein Faden nach oben aus? Habe ich ihn auch abgeschnitten oder kann ich gegebenenfalls den zerrissenen Faden neu knüpfen oder den sehr dünn gewordenen Faden ausbessern und stärken?

    Ein starker Faden nach oben, das ist die Grundlage für unser gemeinschaftliches Leben und unser Da­sein und unser Engagement mitten in der Welt.

    Am Faden nach oben weben, den Faden neu knüpfen und festigen, daran könnten wir in dieser Fastenzeit vielleicht wieder einmal „arbeiten“!

     

    Sr. Beate

  • 24. März 2021

    Vor einigen Tagen las ich den Bericht einer Frau über ein Erlebnis aus ihrer Kindheit:

    „Meine Mutter spielte früher ein Spiel mit mir, das hieß: ‚Aber um Gottes Willen, das bin ja ich!‘ Es geschah, als ich acht oder neun Jahre alt war. Ich erinnere mich deutlich, dass Mutter und ich an einem sehr schönen Nachmittag die Straße entlang gingen. Es geschah ganz plötzlich, dass ich mich vor Lachen ausschütten wollte, und als Mutter mich frage, was denn so komisch sei, zeigte ich auf eine sehr, sehr, sehr dicke Dame, die wie eine Ente gerade vor uns her watschelte. Jäh, wie vom Blitz getroffen, blieb Mutter stehen. Sie ließ meine Hand los. Sie lächelte nicht, und ihre ersten Worte, die ich nicht verstand, klangen unwillig. Dann beugte sie sich nieder, bis unsere Gesichter ganz nahe beieinander waren, und sagte: ‚Aber um Gottes Willen, das bin ja ich! Kannst du das sagen mein Kind?‘

    Ich wiederholte es, aber ich begriff nicht, was es bedeutete. Da sagte Mutter: ‚Wir wollen ein Spiel daraus machen: Jedes Mal wenn du jemand siehst, der zu dick oder zu dünn ist, schieläugig oder krummbeinig, launisch oder entstellt oder nicht hübsch, der nicht gut lernen kann oder irgend ein Spiel nicht kann -ö so stelle dir vor, dass du in seiner Haut steckst und er in deiner.‘ Das gefiel mir. Und ich spielte das Spiel immer wieder und übte es von Jahr zu Jahr: ‚Aber um Gottes Willen, das bin ja ich!‘“

    (zitiert nach: P. Josef Schulte OFM, Auferstehen jetzt, München 2017, S. 94)

     

    Vielleicht kann dieses „Spiel“ uns helfen, wenn wir dabei sind, andere zu be- und verurteilen?

     

    Sr. Beate

  • 25. März 2021

    Jeder kennt das Sprichwort: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Die Erfahrung, dass Lebenspläne unverhofft platzen können, machten Menschen schon immer. So auch Maria, die mit einer Nachricht konfrontiert wird, die ihr Leben auf einen Schlag ändert.

    Wir kennen fast alle auch solche Situationen. Es ist nicht immer ein Engel, der uns anspricht. Gott hat auch andere Signale, Zeichen, Anstöße und Impulse.

    Er spricht auch durch die Not der Zeit, durch den leisen Gedanken, durch den freundlichen oder bittenden Blick eines Menschen.

    Gott hat viele Möglichkeiten, durch die er uns einen Boten, einen Gruß, einen Zuspruch oder einen Anruf schicken kann.

    Wie lautet dann meine Antwort?

     

    Er nimmt dir die Angst,
    als er das Erschrecken in deinen Augen sieht.

    Er erzählt dir,
    dass Gott Großes mit dir vorhat.

    Und dir geht sofort durch den Kopf:
    ‚Das geht doch gar nicht’.

    Außerdem würde es alles,
    was du bis jetzt gemacht und geplant hast,
    auf den Kopf stellen.

    Abgesehen davon,
    was die Leute sagen würden.

    Was würdest du tun?

    Andrea Wilke,
    In: Pfarrbriefservice.de

     

    Sr. Beate

  • 26. März 2021

    Wie steh ich zu dir?

    Verrate ich dich
    wie Judas?
    Zuerst nur hin und wieder
    und vielleicht nur ein wenig,
    dann immer mehr,
    immer öfter.

    Nehme ich den Mund voll
    wie Petrus?
    "Ich werde alles für dich tun,
    dir mein Leben geben!"
    Doch bei der nächsten Gelegenheit,
    weiche ich aus, verleugne dich,
    zunächst nur ein wenig,
    dann immer heftiger.

    Wie stehe ich zu dir?
    Und du stehst trotzdem zu mir?

    © Gisela Baltes

     

    Mirjam Minder, Pfarreienratsvorsitzende

  • 27. März 2021

    Ist da jemand

    Adel Tawil

    Ohne Ziel läufst du durch die Straßen
    Durch die Nacht, kannst wieder mal nicht schlafen
    Du stellst dir vor, dass jemand an dich denkt
    (Dass jemand an dich denkt)

    Es fühlt sich an als wärst du ganz alleine
    Auf deinem Weg liegen riesengroße Steine
    Und du weißt nicht, wohin du rennst
    (Du weißt nicht, wohin du rennst)

     

    Wenn der Himmel ohne Farben ist
    Schaust du nach oben und manchmal fragst du dich

    Ist da jemand, der mein Herz versteht?
    Und der mit mir bis ans Ende geht?
    Ist da jemand, der noch an mich glaubt?
    Ist da jemand? Ist da jemand?

    Der mir den Schatten von der Seele nimmt?
    Und mich sicher nach Hause bringt?
    Ist da jemand, der mich wirklich braucht?
    Ist da jemand? Ist da jemand?

     

    Um dich rum lachende Gesichter
    Du lachst mit, der Letzte lässt das Licht an
    Die Welt ist laut und dein Herz ist taub
    Du hast gehofft, dass eins und eins gleich zwei ist
    Und irgendwann irgendwer dabei ist
    Der mit dir spricht und keine Worte braucht
     

    Wenn der Himmel ohne Farben ist….

     

    Wenn man nicht mehr danach sucht
    Kommt so vieles von allein
    Hinter jeder neuen Tür
    Kann die Sonne wieder scheinen

    Du stehst auf mit jedem neuen Tag
    Weil du weißt, dass die Stimme
    Die Stimme in dir sagt

    Da ist jemand, der dein Herz versteht
    Und der mit dir bis ans Ende geht
    Wenn du selber nicht mehr an dich glaubst
    Dann ist da jemand, ist da jemand

    Der dir den Schatten von der Seele nimmt
    Und dich sicher nach Hause bringt
    Immer wenn du es am meisten brauchst
    Dann ist da jemand, ist da jemand

     

    Dieses Lied stammt von Adel Tawil.

     

    Vielleicht haben Sie sich diese Frage auch schon einmal gestellt.

    Ist da wer, .. mit dem ich mein Leben teilen möchte? Ist da wer, der sein Leben mit mir teilen möchte? Habe ich ihn vielleicht schon gefunden? Und ist er auch derjenige, auf den ich mich verlassen kann und der zu mir hält, auch wenn mir das Wasser bis zum Hals steht? Vielleicht sind wir aber auch gerade von jenem Menschen enttäuscht worden, von dem wir glaubten, er ist es, mit dem ich mein Leben teile möchte?

     

    „Ist da wer?“ – das ist aber auch eine Frage, die uns einlädt sie auf Gott zu beziehen:

    Ist da wer, der mich erschaffen hat? Ist da wer, der einen Plan für mein Leben hat und der mich unendlich liebt? Auf unserem Lebensweg begegnen uns Glauben und Suchen, Hoffen und Zweifeln – und all dies darf und soll zur Sprache kommen.

     

    Wenn der Himmel ohne Farben ist
    Schaust du nach oben und manchmal fragst du dich

    Ist da jemand, der mein Herz versteht?
    Und der mit mir bis ans Ende geht?
    Ist da jemand, der noch an mich glaubt?
    Der mir den Schatten von der Seele nimmt?
    Und mich sicher nach Hause bringt?
    Ist da jemand, der mich wirklich braucht?
    Ist da jemand? Ist da jemand?

     

    Ja da ist jemand, der mich immer begleitet, der mir immer zur Seite steht – ob gerade der Himmel für mich scheint und ich mich  auf einer rosaroten Wolke befinde, aber auch und gerade dann wenn der Himmel für mich ohne Farben ist, wenn sich scheinbar niemand für meine Sorgen interessiert.

     

    Immer ist Gott da, dem ich alles anvertrauen kann, der alles zum Guten führt und der mich auch in den schlimmsten Situationen meines Lebens begleitet und dem ich im Gebet alles anvertrauen kann.

     

    So wie Gott Jesus nicht am Kreuz verlassen hat, sondern mit Ihm die schlimmsten Stunden seines Lebens durchlebt hat und Ihn von den Toten auferweckt hat, so dürfen wir gewiss sein, dass da jemand für uns da ist.  

     

    Mirjam Minder, Pfarreienratsvorsitzende

  • 28. März 2021 - Palmsonntag

    Die Liturgie des Palmsonntags bietet uns Texte, die gegensätzlicher nicht sein könnten.
    Da ist zum einen das Evangelium zur Palmweihe. Bei Markus heißt es da:

    „Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe!“

    Jesus wird gefeiert als der Messias, der Israel erretten wird.

    Zum anderen wird die Leidensgeschichte gelesen in der das gleiche Volk ganz andere Töne anschlägt: „Kreuzige ihn!“ Der vorher so gepriesene erntet nur noch Häme und Verachtung.

    Das kennen wir heute auch und es war zu allen Zeiten so.
    Politiker, wenn sie neu ins Rampenlicht treten, werden manchmal bejubelt. Im vergangenen Jahr war es Jens Spahn, der Gesundheitsminister, für viele die die Lichtgestalt in der Öffentlichkeit – er wurde gar schon als Kanzlerkandidat gehandelt.
    Heute, ein Jahr später, wird er heftig kritisiert und manche legen ihm den Rücktritt nahe. Andere Beispiele (auch aus anderen Parteien) gibt es viele.

    „Die Hohepriester aber wiegelten die Menge auf, …“ Es gibt schon damals Leute, die ihren Einfluss geltend machen, um andere in ihrem Sinne zu beeinflussen – manchmal sogar durch Lügen und Unwahrheiten. Die Influencer und Lobbyisten von damals?

     

    Wie ist das heute?

    • Wem glaube ich, wenn etwas über Andere gesagt oder geschrieben wird?
       
    • Wie bilde ich mir meine Meinung?
                Durch Nachplappern und dem Mainstream folgen?
                Durch eigene Erfahrung und gründliche Information?


    Palmsonntag die Ouvertüre zur Karwoche und zu Ostern stellt viele Fragen auch noch für heute.
    Denken wir daran, wenn wir den gesegneten Palmwedel mit nach Hause nehmen und dort vielleicht an ein Kreuz stecken.

     

    Diakon Andreas Webel

  • 29. März 2021

    Jetzt haben wir schon ein volles Jahr hinter uns gebracht und wie oft haben wir bis jetzt gehört: Konnten wir uns das, vor einem Jahr vorstellen?

    Na, mal ganz ehrlich, hätten Sie wirklich gedacht, dass sich Jesus seinen vollständigen Weg hätte vorstellen können?

    Gerade haben wir ihn nach Jerusalem begleitet, er ist unter Jubel in die Stadt eingezogen und jetzt?

    Für die Jünger beginnt die Vorbereitung des Paschamahles und damit die Vorbereitung auch des Festes. Wir haben gestern auch schon von seinem Tod gehört. Dabei sind wir doch erst mit dem Palmsonntag in die Heilige Woche eingetreten?  Jetzt erst kommt die Zeit, wo wir Stück für Stück nachvollziehen, was wir gestern schon gehört haben. So kommen wir heute noch einmal zu dem Punkt zurück: wer Jesus für uns ist und war.

    Er rettet und steht an unserer Seite, heute indem er Lazarus aus seinem Grab ruft und auch darauf verweist, wer sich ihm zuwenden möchte, der darf zu ihm kommen.

    Wie ist es denn für mich, habe ich den Mut mich ihm zuzuwenden?

    Bin ich der Meinung, dass ich ihn berühren und salben darf?

    Also für mich ist diese Frage auch nicht immer einfach und ich versuche mich immer wieder neu da herauszuholen, dass ich nicht würdig bin so vor ihm zu stehen.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie ganz wie Sie sind vor ihm stehen können,

    gerade in dieser Woche.

     

    Sr. Dorothea-Maria

  • 30. März 2021

    Die Jahreszeit macht es schon einfach, in eine etwas nachdenkliche Phase zu kommen, der Evangeliums Text von heute verstärkt es noch bei mir und ich bin gespannt, wie Sie es sehen.

    Jesus ist praktisch enttäuscht, nein sagen wir es mal anders, der Nebel lichtet sich und er erkennt klar was geschieht und wer die Strippen dort im Hintergrund zieht, bzw. wer den Stein ins Rollen bringt. Er bringt es aber nicht klar ins Wort, da er es nicht aufhalten kann, sondern äußert sich nur dazu. Die Jünger verstehen natürlich nicht so ganz, was er ihnen sagt, da sie die Hintergründe nicht kennen. Und dann soll es einer unter ihnen, sein, der Jesus ausliefert? Dass muss doch aufzuhalten sein, da wollen sie unbedingt wissen, wer ist es. Die Antwort ist aber für den gedacht der schon seinen Plan im Herzen hat und der jetzt weiß, er ist erkannt.

    Der Weg ist bereitet wir gehen mit starken Schritten auf Karfreitag zu.

    Und doch frage ich mich, musste das sein, warum musste es offengelegt werden?

    Dann kommt die zweite Frage hoch. Wenn Judas meint, er war im Recht und sein Herr wird alle besiegen, weil er der ist, der in Macht und Herrlichkeit kommen wird, ist er dann so einer wie Maria damals auf der Hochzeit zu Kanaan und meint, jetzt muss er doch Handeln und wenn er dann verhaftet würde, dann kommt das Reich und wir sind alle von den Unterdrückern befreit?

    So würde ich verstehen, dass er das Geld zurückbringt und ihnen vor die Füße wirft, den für das Geld hat er es nicht gemacht.

    Sein Plan ging nicht auf.

    Gott ist ein ganz anderer.

    Wie schade ist es nur, dass er die Auferstehung nicht mehr erlebt hat und er somit die Herrlichkeit nicht miterleben konnte.

    Wie ist es mit uns, meinen wir, wir wissen ganz genau wie andere doch Handeln müssen, denn nur so kann etwas dann geschehen, wie ich es mir vorstelle?

    Ich bin schon manchmal mit meinen Gedanken in dieser Richtung und lasse mich dann überraschen, was sich für neue Wege aufmachen.

     

    Sr. Dorothea-Maria

     

  • 31. März 2021

    Heute ist auch ein Tag mit dem ich mich sehr schwer tue. Warum? Weil uns immer dieser Judas vor Augen gehalten wird und nur wegen dem wird Jesus sterben. Nein, Jesus hat gewusst was auf ihn zukommt, er hat es vielleicht nicht bis ins Kleinste gewusst, aber er wusste, worauf er sich einlässt.

    Er hat immer wieder in der Öffentlichkeit seine Position bezogen, was ich gut und mutig finde. Jesus wurde ihnen gefährlich und wenn es Judas nicht gegeben hätte, dann hätten sie jemand anderen gefunden, oder selbst herausgefunden, wo er ist.

    Wir sind direkt vor dem Ölberg, ich bemerke, wie es sich in mir immer wieder bewegt. Ja ich weiß es ist nicht abwendbar und doch ist es menschlich auch zu denken, wie wäre es, wenn Jesus nicht so hätte ausgeliefert und sterben müssen.

    Ich weiß es bringt mich nicht weiter, es ist eine nette Ablenkung von mir, denn wichtiger für mich ist doch eher die Frage: Wer ist Jesus für mich?

     

    Für mich ist Jesus, der der durch diese Woche mit mir gegangen ist.

    Wie ist er denn in dieser Woche mir begegnet?

    Der Jesus, der öffentlich aufgetreten ist.

    Der Jesus, der zwar immer wieder die Orte wechselte aber auch an seine heiligen Stätten kam.

    Der Jesus, der die Gefahr seiner Zeit kannte.

    Der Jesus, der seine Mitmenschen anschaute und

    Jesus ist auch der, der fragte „Was willst du, dass ich für dich tun soll?“

    Wer ist Jesus für Sie und wie begegnet er Ihnen?

     

    Sr. Dorothea-Maria

  • 01. April 2021 - Gründonnerstag

    Das österliche Triduum beginnt, wir erinnern uns des Leidens, Todes und der Auferstehung Jesu.

    Mit dem Gründonnerstag treten wir in dieses Triduum ein. Es wird in den Gottesdienst würdig und sehr anschaulich gefeiert. Gerade am heutigen Tage, wo wir auch zur Anbetung aufrufen, denn nach der Feier des Abendmahlgottesdienstes, ist die Wache mit Jesu, ein Stück der Begleitung seines Weges. Ganz anschaulich, verlässt der Leib des Herrn ab Grün Donnerstag den Tabernakel und in den meisten Kirchen bleibt der Tabernakel bis zur Feier der Auferstehung auch offen, bis der Herr wieder einzieht. Die Kirchenglocken und die Musikinstrumente verstummen, nur noch Vokalmusik ist zu vernehmen, bis zur Feier der Osternacht. So gibt es noch einen Brauch, der im letzten und diesem Jahr etwas schwierig umzusetzen ist: das gemeinsame Mahl, die Agape nach dem Gottesdienst, wir sitzen zusammen bei Brot, Wasser und Wein und teilen Gemeinschaft miteinander. Mit Hausgemeinschaften können wir dies tun und auch in Verbindung mit anderen, vielleicht auf moderne Weise, indem man sich über das Internet sieht.

    Halten wir uns gemeinsam wach und begleiten wir die Jünger mit nach Gethsemanie,

    zur Ölbergstunde, dort wo Jesus gefangen genommen wird.

    Gehen wir weiter Schritt für Schritt, verlieren wir unser Ziel nicht aus den Augen, auch wenn es Zeiten gibt die Schwer sind, so hoffen wir doch auf eine bessere Zukunft.

     

    Sr. Dorothea-Maria

  • 02. April 2021 - Karfreitag

    Immer wieder sonntags um 20.15 Uhr in der ARD. Zwei Augen erscheinen auf dem Bildschirm, während im Hintergrund eine seit Jahren bekannte Melodie ertönt: „Tatort“. Fast immer wird gleich zu Anfang eine Leiche gefunden und die Suche beginnt, die Suche nach dem Täter oder der Täterin. 

    Wer ist schuld an diesem Tod? Eine Frage, die sich nicht nur beim „Tatort“ stellt – vielmehr drängt sie sich immer auf, sobald ein Mensch stirbt: In Kliniken, wenn Verwandte und Freunde nicht damit gerechnet haben - ein Mensch urplötzlich verstirbt. Wer ist dann schuld? Der Arzt? Das Personal? War es der liebe Gott, der in diesem Fall alles andere als »lieb« gewesen ist? Oder war es der Kranke selbst, aufgrund seines „ungesunden“ Lebensstils?

    Fragen über Fragen häufen sich immer und gerade dann, wenn der Tod den Sieg davon getragen hat. Es sind Fragen, die nicht loslassen und letzten Endes doch vor allem an den Anfang zurückweisen: Wer hat den Tod erfunden und woher kommt er?

    Gehen wir auf eine kleine Spurensuche: Für unsere Märchen war er schon immer da, eine ganz selbstverständliche Größe: Als Gevatter Tod – fast liebevoll bezeichnet. In Grimms Märchen gehört er einfach dazu wie der böse Wolf, der die Großmutter verspeist; wie die böse Stiefmutter, die aufgrund ihrer Rolle gar nicht gut sein darf. Sie merken jedoch: Die Märchen können uns keine befriedigende Antwort geben. Die Frage bleibt! Woher kommt der Tod?

    Ich glaube, die Welt ist nicht perfekt – alles ist sterblich, endlich angelegt - Gott hat sie so geschaffen. Aber warum muss das so sein? Wozu braucht es Krankheit, Leid und Tod? 

    Vielleicht hat Gott auf diese Fragen aber dennoch eine Antwort gegeben: Jesus. Für den Mann aus Nazareth ist der Tod der geschworene Erzfeind. Er kämpft gegen ihn mit allen Mitteln - all seiner Kraft. Er weckt den toten Lazarus mit einem „Komm heraus“ auf und der Tod ist besiegt. Den Tod eines Mädchens bezwingt er, indem er ihre Hand nimmt und sie atmet wieder.

    Jesus selbst wiederum kommt allerdings nicht lebend davon - so scheint es heute zumindest! „Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen“, spotten seine Feinde und Henker. Der Tod hat gewaltig zurückgeschlagen am Karfreitag, sich gerächt für die verlorenen Siege zuvor. Aber wer hat ihn wieder gebraucht? 

    Die Antwort darauf braucht keine lange Spurensuche. An jenem Karfreitag war es der Mensch. Er hat seinen Tod gewollt – der Mensch hat Jesus zum Tode verurteilt, ihn zertreten, gequält, ausgepeitscht, gehängt, einfach geopfert. 

    Der Mensch bringt nicht selten den Tod ins Leben: 

    Beim Mord – ein Mensch ist der Täter ... 

    Beim Krieg – Menschen erschießen andere ... 

    Beim tödlichen Unfall – Menschen vernachlässigen ihre Sorgfalt ... 

    Beim Sterben der Umwelt – Menschen vergiften Flüsse, rotten Tiere aus,

    vernichten ganze Wälder…

    Was ist nun die Botschaft des Karfreitag? Ich denke, der heutige Tag will uns vor allen Dingen mahnen: Oft bringt der Mensch selbst den Tod ins Spiel. Er könnte in vielen Fällen das Leben wählen. Oft hat er die Wahl und vergibt seine Chancen! Der Karfreitag mahnt, dem Tod den Kampf anzusagen, auch wenn der Kampf aussichtslos scheint. 

    „Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben“. (Dtn 5,19-20)

     

    Pastoralreferent Benjamin Pauken

  • 03. April 2021 - Karsamstag

    Der Tag „danach“. Mit diesen drei Worten lässt sich die Gefühls- und Stimmungslage gut einordnen. Die Bibel schweigt weitestgehend davon, wie es den Weggefährtinnen und Weggefährten Jesu am Tag nach der Kreuzigung ergangen ist.

    Ich möchte annehmen, dass sie ziemlich übermüdet und am Ende ihrer Nerven nach einer schlaflosen Nacht zusammensitzen und realisieren: Nein, das war kein Alptraum. Am Tag nach einer schlimmen Nachricht oder einem schlimmen Erlebnis trifft uns die Realität oft wie ein Faustschlag ins Gesicht. Die Härte des Lebens schlägt voll zu. 

    In den Passionserzählungen der Heiligen Woche verdichten sich die Erfahrungen menschlichen Leids und finden ihren Höhe- und Wendepunkt an diesem Karsamstag - am Tag danach. Es ist ein vollkommen stiller Tag - ein Tag, den ich als Kind nie recht einordnen konnte. Der Karsamstag hat aber nichts mit Lock- oder Shutdown gemein. Der Glauben und die Hoffnung sollen nicht “herunterfahren”. Vielmehr geht es darum, etwas auszuhalten. Die Spannung zwischen Leben und Tod macht diesen Tag so eigenartig und faszinierend zugleich. Während morgens beim Kleppern an das Leiden und den Tod Jesu erinnert wird, feiern wir mit Anbruch der Dämmerung die Osternacht. 

    Ich glaube, es braucht diese Spannung, damit eines klar wird: Jesus war wirklich tot und hat damit alles, was unser menschliches Leben betrifft, mitgemacht: Von der Geburt bis zum Tod! Daher gedenkt die Kirche an diesem Tag der Grabesruhe Jesu. Zwischen Kreuz und Auferstehung steht das Grab. Und gerade dort, in tiefster menschlicher Dunkelheit, kommt es zur „Auferweckung“. Gott greift in unfassbarer Weise ein, denn zum „Aufwecken“ braucht es jemanden anderen: Gott. 

    Versuchen Sie doch einmal, diese Spannung heute ganz bewusst zu durchleben: Vom Tod zum Leben!

     

    Pastoralreferent Benjamin Pauken

  • 04. April 2021 - Ostersonntag

    Wer rollt den Stein weg?

     

    Einem alten Brauch folgend, möchte ich diesen Osterimpuls mit einem Witz beginnen:

     

    Ein Mann verließ die schneebedeckten Straßen von Chicago, um in Florida ein wenig Urlaub zu nehmen.

    Seine Frau war auf einer Geschäftsreise und plante, ihn am nächsten Tag dort zu treffen.

    Als der Mann in seinem Hotel ankam, sendete er seiner Frau eine kurze Mail.

    Leider fand er den kleinen Zettel nicht, auf den er die Mail-Adresse geschrieben hatte. Also versuchte er sein Bestes und schrieb die Adresse aus dem Kopf.

    Leider vergaß er aber einen Buchstaben, so dass seine Nachricht stattdessen an eine ältere Pastorenfrau geschickt wurde, deren Ehemann gerade am Tag zuvor gestorben war.

    Als die trauernde Witwe ihre neuen Mails las, blickte sie auf den Monitor, schrie einmal laut auf und sank dann tot zu Boden.

    Diese Nachricht war auf dem Bildschirm zu lesen:

    "Liebste Ehefrau, Ich habe gerade eingecheckt. Alles ist für Deine Ankunft morgen vorbereitet. Dein Dich unendlich liebender Ehemann.

    P.S. Es ist wahnsinnig heiß hier..."

     

    Mal ehrlich, wenn wir eine solche Mail bekämen, würden wir nicht direkt an einen Scherz denken, wenn auch einen schlechten? Würden wir es für wahrscheinlich halten, dass ein Verstorbener uns aus dem Jenseits überhaupt schreiben könnte?

    „Jesus Christos nikat!“ So rufen in der Osternacht die orthodoxen Christen aus. “Christus ist auferstanden, er lebt!“ rufen wir an Ostern oft in Gebeten und Gesängen.  Aber können wir wirklich daran glauben? Ein Toter, der wieder lebendig wird. Das ist eine unglaubliche, ja erschreckende Behauptung. Auch die Frauen, die zum Grab kommen sind sehr erschrocken, können es einfach nicht fassen.

    Irgendwie ist es für viele Menschen klar, dass es nach dem Tod irgendwie weitergehen muss mit dem Leben. Aber es gibt eben keine schlüssige Antwort auf die Frage nach dem Jenseits, weil niemand mit dem Leben nach dem Tod eine konkrete Erfahrung verbinden kann.

    Sprichwörtlich ist die Antwort: „Niemand ist bisher zurückgekehrt und hat uns davon erzählt.“

    Aber vielleicht kann die Auferstehungsgeschichte des Markus einen Hinweis geben. Mir fällt eine Kleinigkeit besonders auf, die Markus für wichtig genug hält, um sie in seinem Evangelium weiter zu geben. Bevor die Frauen zum Grab kommen, da fragen sie einander, wie sie wohl den Stein vom Grab wegwälzen sollten. Der Stein war zu schwer für sie und der Evangelist betont eigens noch einmal, dass der Stein sehr groß war.

    Steine gibt es viele in der Welt und in unserem Leben, die uns belasten, die wir als zu schwer empfinden, die uns mutlos machen. Und oft sind sie es, die Leben behindern, es manchmal sogar auf ihre Art und Weise abtöten.

    • Wie kann ich ohne Arbeit und damit ohne Geld, noch für meine Familie sorgen?
    • Wie kann ich es schaffen, in einem Land, dessen Sprache ich nicht kenne, Fuß zu fassen und nach langer, traumatisierender Flucht für mich selbst und meine Familie eine neue Heimat finden.
    • Wie kann ich es schaffen, nach einer niederschmetternden Diagnose noch Perspektiven für mein Leben zu entdecken, das unweigerlich auf das Sterben zugeht?

    Und dann gibt es immer wieder Menschen, die sehen diese Steine, die wie Grabsteine sind und lassen sich nicht abschrecken zu den Gräbern hinzugehen. Etwas in ihnen sagt ihnen, es könnte ja doch gelingen und wenn ich es nicht versuche, dann geschieht nichts. Und mit all ihrem Engagement, ihrer Hoffnung, ihrer Liebe zum Nächsten gelingt es immer wieder, dass sich Gräber öffnen und neues Leben ermöglicht wird – eine Ahnung von Auferstehung:
    Menschen, die sich solidarisch zeigen und neue Hoffnung und Mut geben zum Leben. Menschen, die durch ihre helfenden Hände neues Leben möglich machen, Menschen, die aus Liebe die Hoffnung nicht aufgeben und zu Protestleuten gegen den Tod werden. Ein Theologe hat einmal diesen Begriff geprägt: Christen sind Protestleute gegen den Tod, weil sie neues Leben ermöglichen, sich nicht mit den kleinen und großen Toden dieser Welt abfinden. Christen sind Menschen, die gegen die Hoffnungslosigkeit der Welt ihre Hoffnung und ihr Vertrauen in Gott setzen und von Gott noch etwas erwarten, wo nach menschlichen Maßstäben schon nichts mehr zu erwarten ist. Und so kann Ostern das Hoffnungsfest der Menschen sein gegen die Karfreitage dieser Welt. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein gesegnetes Fest der Auferstehung, immer wieder im Alltag und dann, so glauben wir – am Ende unseres Lebens.

    Frohe Ostern Ihnen allen!

    Diakon Andreas Webel

  • 05. April 25021 - Ostermontag

    “Geteiltes Leid ist halbes Leid.” Vielleicht haben Sie diesen Satz schon einmal als Zuspruch erfahren oder auch selbst einem Menschen damit Mut gemacht?

    Wenn ich an meine Grenzen stoße, irgendwo neu bin, in einer Krise stecke und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe, dann tut es gut, wenn jemand anderes mir versichert: “Ich bin bei dir und gehe den Weg mit dir.” Oft braucht es dazu nicht mal ein Wort oder gar ein Gespräch. Eine Geste reicht aus, um Nähe zu schaffen.

    Die Emmauserzählung, die das Lukasevangelium überliefert, macht diese Erfahrung gut anschaulich. Darf ich Ihnen einen Vorschlag machen? Lesen Sie das Evangelium ganz bewusst laut und versuchen Sie danach ihre eigene Emmaus-Geschichte zu schreiben. Im Anschluss an den Text finden Sie einige Satzanfänge, die vielleicht helfen können.

    Lk 24, 13–35 

    13 Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.

    14 Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.

    15 Und es geschah: Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.

    16 Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.

    17 Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen

    18 und der eine von ihnen – er hieß Kléopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

    19 Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.

    20 Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.

    21 Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.

    22 Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab,

    23 fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.

    24 Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.

    25 Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.

    26 Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen?

    27 Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

    28 So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen,

    29 aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.

    30 Und es geschah: Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen.

    31 Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken.

    32 Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?

    33 Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren.

    34 Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.

    35 Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

     

    Meine Emmaus-Geschichte

    Nehmen Sie sich nun ein Blatt Papier und versuchen Sie ihre eigene Geschichte zu schreiben - folgende Satzanfänge können eine Hilfe sein:

     

    Da war ich mit Blindheit geschlagen…

    Ich aber hatte gehofft…

    Begreifst du denn nicht…

    Musste nicht all das geschehen…

    Da brannte mir das Herz…

    Da gingen mir die Augen auf…

     

    Wenn Sie fertig sind: Legen Sie ihren Text neben den Schrifttext und schauen Sie: 

    Was berührt sich? 

    Was passt zusammen? 

    Was sagt Ihnen der Bibeltext für Ihren Text?

    Was verblüfft und was überrascht Sie?

     

    Ein frohes und gesegnetes Osterfest für Sie und alle, die zu Ihnen gehören!

     

    Benjamin Pauken, Pastoralreferent